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Dass Ökologie und Nachhaltigkeit heute keine blosse ideologische Forderung mehr, sondern bereits eine ökonomische Notwendigkeit ist, haben viele bereits vermutet. Greenness ist international selbstverständlich geworden. Wo Deutschland anderen voraus ist und wo wir mittlerweile auch einen gewissen Rückstand aufweisen, wurde in der Podiumsdiskussion unter dem Motto „Go Green and make Money“ im Spherion, einem Gebäude, das 2003 als epochemachendes Konzept europaweit neue Standards in der Verknüpfung von Ökologie und Ökonomie setzte, erörtert. Dieser beeindruckende Glaspalast ist zugleich Sitz der Wirtschaftsprüfungs-, Steuerberatungs- und Consultinggesellschaft Deloitte, die den MCD für diesen Abend eingeladen hatte, wofür wir uns auf diesem Wege nochmals bedanken dürfen.
Unter der Leitung von Professor Dr. Rainer Zimmermann, Ex-BBDO-Chef und jetziger Lehrstuhlinhaber an der FH Düsseldorf, wurden teils auch unangenehme Fragen gestellt und beantwortet. Die ökonomischen Potenziale für Produkt, Marke, Marketing, Architektur und Print wurden von den Diskussionsteilnehmern Dr. Alexander Güttler (GF PR-Agentur compassion), Jürgen Koch (Koch Architekten, 4greenarchitecture, u.a. Planer des Spherion) und Jürgen Pisczcek (GF druckstudio GmbH) kompetent erörtert.
Dabei wurden eine ganze Reihe interessanter Thesen aufgestellt:
Prof. Zimmermann gab zu bedenken, dass die Halbierung des CO2-Ausstoßes bis 2050 den Bau von zusätzlich 13.000 Atomkraftwerken erfordern würde, wenn der Energiebedarf sich auf vergleichbarem Niveau hielte. Architekt Jürgen Koch machte darauf aufmerksam, dass die Errichtung einer Immobilie stets eine ganzheitliche Betrachtung erfordere und nachhaltiges Bauen im Schnitt nur 5 – 8 % an Mehrkosten erzeuge, während in nicht wenigen Fällen sogar von vornherein Kosteneinsparungen möglich seien. Dr. Güttler merkte an, dass eine „Boulevardisierung“ des Themas Nachhaltigkeit erforderlich sei. Dafür müsse das Thema „sexy“ werden, damit es auch in der breiten Bevölkerung angenommen und gelebt werde. Daran fehle es bislang noch. Insofern sei sowohl ein knallharter Zwang als auch eine Massenbewegung erforderlich, um überhaupt nennenswerte positive Effekte erzielen zu können.
Der Diskussion war weiter zu entnehmen, dass der Erfolg des „nachhaltigen Konsums“ in wesentlicher Hinsicht auch von den Testimonials abhänge, die in Zukunft zur Verfügung stünden, um das Thema populär zu machen. Dass die Kommunikation mit guter Begründung fundamental für den Erfolg der ökologischen Idee ist, unterstrich auch Jürgen Pisczcek, der dies am Beispiel des druckstudios demonstrierte. Ein going green erfordere zuerst Investitionen und sodann eine konsequente Umsetzung der Idee, bevor sich ein nachhaltiger Erfolg einstelle.
Im Anschluss an die eigentliche Podiumsdiskussion stellten sich – eingebunden in die gewohnt souveräne Moderation von Präsident Dirk Krüssenberg – die Diskutanden den unbequemen Fragen des nahezu 70-köpfigen Publikums, bevor dann das Chill-Out am ebenfalls von Deloitte gesponserten Buffet begann. Unser besonderer Dank beim Sponsor gilt unserem Clubfreund Marc Böhlhoff, der diesen Abend für den MCD ermöglicht hat. Dr. Joerg Andres
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