Meisterkreis-Deutschland - Das erfolgreiche Geschäftsmodell der High-End Industrie am Beispiel Porsche

27. April 201,

Porsche Zentrum Düsseldorf
Klaus-Bungert-Str. 2, 40468 Düsseldorf

Im futuristischen Porsche Zentrum Düsseldorf am Flughafen ging es am Montag um den Wert der Marken im High End-Bereich, die ihre Heimat im „Meisterkreis“ gefunden haben und um eine Marke, die von Anfang an mit ihrer Sportwagen-DNA ihre Positionierung betrieb und mit konsequenter Modellpolitik heute heller strahlt als bei ihrer Geburt vor 52 Jahren oder irgendwann mal zwischendurch: Porsche.

Clemens Pflanz, Gründer und Vorsitzender des „Meisterkreis“ versammelt unter seinem Dach die Eliten der Wirtschaft, jene Unternehmen, die auf Leidenschaft, Tradition und höchste Qualität setzen. Marken wie Porsche eben – oder Montblanc, Gaggenau, Louis Vuitton und andere feine Häuser, die zusammen in Deutschland „in den letzten fünf Jahren zweistellige Zuwachsraten erzielten“.
Der Meisterkreis will eine Plattform für diese Marken sein, will Austausch ermöglichen, gemeinsame Probleme in Arbeitskreisen lösen, Markenrechte verteidigen, aber auch Allianzen schmieden – ein hochklassiges Forum für die beteiligten Qualitätsunternehmen.
Pflanz nannte die Kriterien, derer es bedarf, um dazu zu gehören, zu der feinen Welt der erfolgreichsten Marken: Aura, Kreativität und Fertigungskunst, geistiges Eigentum, selektive Distribution und die Entwicklung neuer Märkte. Für alle Unternehmen gelte „Der Geist des Gründers trägt das Produkt“.
 


Mit einem wahren Feuerwerk an Information, launig und mit höchster Eloquenz vorgetragen, begeisterte Andreas Henke, Marketingchef von Porsche die 150 Mitglieder des Marketing-Club Düsseldorf. Seit 1992, als der Spiegel titelte „Muffensausen in Zuffenhausen“ - Porsche galt damals als Übernahmekandidat - haben die kreativen Schwaben einen scharfen Drift in die Erfolgskurve vollzogen.
Mit mehr als 17 Milliarden Euro Umsatz (2014) und annähernd 190.000 verkauften Fahrzeugen blieben die Zuffenhausener auch im letzten Jahr mit full speed auf der Überholspur. „Tradition und Innovation lebt niemand konsequenter als Porsche“, glaubt der Porsche-Marketingmann. Der Porsche mit seinen Genen, den in allen sechs Grund-Modellreihen erkennbaren Linie, der„fly line“ und der eher steilen Windschutzscheibe, biete Orientierung in einer sich immer schnelle ändernden Welt. Die 52 Jahre alte Design-DNA stehe für Performance und Alltagstauglichkeit ebenso wie für Design und Funktionalität. Die Faszination Sportwagen, sagt Henke, „ist unsere DNA von Stunde 1“.
Der Porsche-Mann verriet auch etwas über die Käufer der Boliden: Sie sind im Durchschnitt 49 Jahre alt, zu 88 % männlich und zu 82 % verheiratet. Der Armutsverdacht trifft die Gruppe dieser Käufer eher nicht: Das Haushaltseinkommen netto liegt durchschnittlich zwischen 300.000 und 400.000 Euro. Der Bolide aus Zuffenhausen ist, in aller Regel, auch nicht das einzige Fahrzeug: Der Porsche- Käufer zählt im Durchschnitt 3,2 Autos zum Familienbesitz.
Wer Porsche fährt, fuhr zumeist vorher Mercedes, BMW oder Audi, also auch kein schlechtes Blech.
Wer mit einem Fahrzeug aus Zuffenhausen unterwegs ist, darf sich laut Henke durchaus noch hoher Exklusivität erfreuen: Unter 1000 Autos im Straßenbild gibt es nur acht Porsche.
Die Fahrer klassifizierte Henke grob so: Die „Top Gun“-Käufer, die sich bei schönem Wetter am Sonntag in aller Frühe zusammentelefonieren, ihren GT3 um die Nürburgring-Nordschleife heizen und sich über jeden Sekundengewinn freuen einerseits. Andererseits die, denen das Besitzerlebnis wichtig ist. Henke: „Die trinken in Ruhe Kaffee, lesen die Welt am Sonntag, fahren dann das Auto aus der Garage und putzen mit der Zahnbürste die Felgen.“
Letzteres ist natürlich eine Übertreibung, doch der Beifall nach den beiden Vorträgen war genau das nicht. Außerdem freuten sich die Marketing-Club Mitglieder über fürstliche Bewirtung durch Gastgeber Jürgen Hens, den Chef des Porsche Centers (Caterer: „Salt’n Pepper“, Krefeld) und über den speziell für diesen Abend zum Restaurant umgebauten Showroom. (osi)