Hinterm Tresen im Sir Walter

15. Januar 2019

Sir Walter, Heinrich-Heine-Allee 12

Networking pur.

80 Clubmitglieder & Interessenten treffen sich im Sir Walter. Gastgeber Walid el Sheikh erlaubt uns tiefe Einblicke in sein bewegtes Gastro-Leben, seine praktische Hands-on-Ausbildung in der Düsseldorfer Ausgeh-Szene und wie er sich seinen Mega-Erfolg Stück für Stück erarbeitet hat. Der Wunsch nach einem eigenen Laden kam früh auf, die Idee dafür auch. Aber auch die Angst vor der Aufgabe und Sorgen um die Finanzierung. Nach zwölf Jahren Flaschen abräumen, Theken bestücken und Türstehen (neben u.a. einem Studium an der Folkwang Hochschule in Essen) ergab sich die Möglichkeit, einen eigenen Laden zu eröffnen. Damals war es die Club-Bar Anaconda, die Walid el Sheikh gemeinsam mit Freunden betrieb. Doch mit einem zunehmenden Wandel der Gästestruktur und einem spürbaren Besucherrückgang in der gesamten Altstadt erkannte er, dass die Menschen etwas in der Altstadt vermissten, Orte, der Begegnung, Räume, um sicher und stilvoll auszugehen. „Der Barbesuch ist für den Gast eine Flucht aus der Realität in einen Raum, der den Gast voll und ganz annimmt. Das Produkt muss reell sein, ich darf nicht ein billiges Produkt in einer schönen Verpackung ausgeben, sondern muss ein originales Produkt anbieten. Gleiches gilt für den Raum, der nicht so tun darf, als ob er etwas anderes wäre als das was er ist“, erklärt der Vollblut-Gastronom. So startete er mit der Elephant-Bar - in der er die architektonischen Gegebenheiten in die Gestaltung der Einrichtung einfließen ließ und auf hochwertige, gut gemixte Cocktails zum fairen Preis setzte. Und mit dem Erfolg dieses Ladens im Rücken wagte er sich 2016 an das Sir Walter. „Der Gast wird bei uns nicht überfordert, das gesamte Interieur ist harmonisch aufeinander abgestimmt, leitet den Blick anhand wiederkehrender Strukturen, Materialien und Farben um 360-Grad im Kreis hin zur strahlend golden inszenierten Getränkeauswahl, die über den Köpfen an der Bar schwebt - wo den Gast von einem freundlich lächelnden Kellner beraten wird.“ Moderate Preise, ein Interieur, das den Gast in eine eigene, geschlossene Welt eintaucht lässt und ambitionierte Mitarbeiter kombiniert mit hochwertigen Getränken und einer bunt gemischten Auswahl an Gästen - so das Konzept. Die Eröffnung im September 2016 plante El Sheikh mit einem Knall: 1000 Gäste, die kostenlos trinken durften - „ein Exzess“! Am nächsten Tag waren die sozialen Medien voll mit Bildern und ab diesem Moment wollte jeder „sein Sir Walter-Bild“. Die Menschen stehen auch heute noch an den Öffnungstagen gerne in der Schlange, weil sie wissen, was sie erwartet. Dabei ist der Mix an Persönlichkeiten ein zentrales Erfolgsrezept, weshalb es im Sir Walter auch keinen VIP-Bereich und keine Tischbuchungen mit absurdem Mindestverzehr gibt. Trotz seines jungen Alters ragen sich bereits Mythen und Legenden um die Bar an der Heinrich-Heine-Allee. Nicht nur was die Namensgebung betrifft...

Fotos erstellt von Joshua Sammer (via PURE X EVENT GMBH).